Sommer im Julier

Freitag, 10. August 2018
Am Julierpass / Au col du JulierAm Julierpass / Au col du Julier

Ballett von Ilia Jivoy

Unser Tagesauflug während der Lenzerheide-Woche im Januar 2018 führte uns auf den Julierpass. Giovanni Netzer vom Origen-Festival zeigte uns den roten Turm und erzählte begeistert von seinen Projekten und Ideen. Anlässlich dieses Besuches kam die Idee auf, dass wir im Sommer eine solche Aufführung auf dem Julier zusammen besuchen könnten!

Gesagt – und Tickets reserviert. 26 Personen trafen sich am 5. August um 16.30h zum Nacht im Hotel Schweizerhof. Es war fast ein Wiedersehen wie im Winter und die regen Gespräche und Freude, sich zu treffen – mal mit heissen Temperaturen auf der Lenzerheide – war riesig. Um 18.10h war dann auch schon das Postauto da und diese Fahrt auf den Pass war echt entspannt – ohne Schneesturm.

Auf dem Julier bei angenehmen 20° hörten wir die Einführung von Giovanni Netzer. Im Januar erzählte er uns von seiner Idee, in diesem Turm auf der runden Bühne ein Ballett aufzuführen. Und heute Abend war es dann soweit. Wir durften bei der Ur-Aufführung des Balletts vom jungen Russen Ilia Jivoy und den besten Tänzern vom Mariinski-Theater aus St. Petersburg dabei sein. Das Mariinski-Theater in Sankt Petersburg ist eines der bekanntesten Opern- und Balletthäuser der Welt. https://www.mariinsky-theatre.com/theatre/

Die ganze Atmosphäre mit dem rosaroten Abendhimmel, dessen Licht durch die vielen Fenster in das sonst fast dunkle Turminnere herein schien und später das Wetterleuchten….war an Stimmung nicht zu übertreffen. Einige von uns sassen im Parterre und die andere waren in der ersten Etage platziert. So war es spannend, zu hören, wie man die Aufführung von oben und im Parterre erlebte. Einfach faszinierend.

Im Januar erzählte uns Giovanni Netzer, dass eine Herausforderung die Pausen der Tänzer seien, dass sie kurz verschnaufen können nach einem Einsatz. Ein Verschwinden auf den Bühnen-Seiten ist hier bei der runden, in der Mitte des Turmes platzierten Bühne nicht möglich. Wie lösen? Die Tänzer stellten sich auf die Seiten oder setzten sich am Bühnenrand hin. Einmal ,verschwanden‘ sie sogar unter die Bühne. Sie waren uns so nah, wie es in einem Theater nie möglich ist. Einmalig.

Die sechs Tänzer nahmen uns mit in eine moderne Choreographie und feinstem Tanz. Die Konfrontation zwischen dem Menschen und seinem Schicksal. Im Stück geht es um immanente Revolution, um grundlegende Veränderungen in einer einzigen Person, um innere Kraft und Einheit des Menschen, der kämpfend sich selbst treu bleibt. Die Musik zu Jivoys neuer Choreographie stammt vom italienischen Komponisten und Pianisten Ezio Bosso.

Der tosende und nicht mehr aufhören wollende Applaus zeigte die Begeisterung der Zuschauer.

Auf der Rückfahrt nach Lenzerheide hatten wir Zeit, über dieses einmalige Erlebnis und die Eindrücke zu reden und diskutieren, oder schon ein Nickerchen zu machen.

 

Bericht: Catherine Ineichen, Past Governor                                                         


Weitere Bilder

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